FileMaker 18 End of Life:
Was jetzt zu tun ist
Antworten auf die häufigsten Fragen zur Mac-Warnung, zum Support-Ende und zur Ablösung älterer FileMaker-Systeme.
Kurz gesagt
- Die Mac-Warnung heißt: Ab macOS 28 (Herbst 2027) startet FileMaker 18 auf neueren Macs (seit Ende 2020) nicht mehr.
- Sicherheitsupdates gibt es seit Juni 2021 nicht mehr, für Windows 11 ist die Version nicht freigegeben.
- Zwei Wege: FileMaker aktualisieren oder das System ablösen. Entscheidend sind Nutzerzahl und Komplexität.
- Eine Ablösung läuft ohne Stillstand: Alt- und Neusystem arbeiten parallel, bis das neue sich bewährt hat.
Die Fragen im Überblick
- Mein Mac zeigt beim Start von FileMaker die Warnung „Unterstützung von Intel-basierten Apps endet“. Was bedeutet das?
- Muss FileMaker 18 abgelöst werden?
- Wie läuft eine Ablösung ab?
- Unsere Datenbank ist über Jahre gewachsen und kaum dokumentiert. Wie wird sie nachgebaut?
- Schrittweise Ablösung oder alles auf einmal?
- Was passiert mit doppelten, unvollständigen oder widersprüchlichen Daten?
- Wie werden personenbezogene Daten während der Migration geschützt?
- Wo liegen unsere Daten nach der Umstellung?
- Wie lange können wir nicht arbeiten?
- Wie hoch ist der Schulungsaufwand?
- Was passiert, wenn nach der Umstellung etwas fehlt oder nicht funktioniert?
- Funktionieren unsere Schnittstellen zu anderen Systemen weiter?
- Wird das neue System wieder zum Altsystem – und wie abhängig sind wir danach von Chabuduo?
Mein Mac zeigt beim Start von FileMaker die Warnung „Unterstützung von Intel-basierten Apps endet“. Was bedeutet das?
Heute passiert noch nichts: Die Warnung lässt sich wegklicken, FileMaker 18 arbeitet unter macOS 26 und 27 weiter. Sie setzt aber einen Termin. Mit macOS 28, das voraussichtlich im Herbst 2027 erscheint, startet FileMaker 18 auf neueren Macs (seit Ende 2020) nicht mehr.
Der Grund: Die Meldung kommt von macOS, nicht von FileMaker. FileMaker 18 ist noch für Intel-Prozessoren gebaut und läuft auf neueren Macs nur über die Übersetzungsschicht Rosetta. Apple schafft Rosetta mit macOS 28 ab und zeigt die Warnung seit macOS 26.4 (März 2026) beim Start jeder betroffenen App. Erst FileMaker Pro 19.3 (Juni 2021) kommt ohne Rosetta aus. Auf Intel-Macs und unter Windows läuft FileMaker 18 weiter, allerdings ohne Sicherheitsupdates und auf Windows 11 ohne Freigabe des Herstellers. Auf englischen Systemen lautet die Meldung „Support Ending for Intel-based Apps – This version of “FileMaker Pro 18 Advanced” will not open in a future release of macOS“.
Bis Herbst 2027 muss also entschieden sein, ob Sie auf eine aktuelle FileMaker-Version aktualisieren oder das System ablösen. Beide Wege brauchen Vorlauf, eine Ablösung je nach Umfang mehrere Monate. Die folgenden Fragen helfen bei der Entscheidung.
Muss FileMaker 18 abgelöst werden?
Nein. Es kann aber nicht so bleiben, wie es ist. Für FileMaker 18 gibt es seit dem 25. Juni 2021 keine Sicherheitsupdates mehr. Für Windows 11 hat der Hersteller diese Version nie freigegeben, offiziell unterstützt wird Windows 11 erst ab FileMaker 19.4. Auf neueren Macs (seit Ende 2020) läuft FileMaker 18 nur über die Übersetzungsschicht Rosetta, die Apple mit macOS 28 (voraussichtlich Herbst 2027) abschafft.
Es gibt zwei Wege: auf eine aktuelle FileMaker-Version aktualisieren oder das System durch eine neue Anwendung ablösen. Das Aktualisieren kann sinnvoll sein bei komplexen Datenbanken mit wenigen Nutzern. Die Ablösung lohnt sich eher bei vielen Nutzern und einer überschaubaren Datenbank, weil dann die Lizenzkosten pro Nutzer entfallen.
Wie läuft eine Ablösung ab?
- Bestandsaufnahme: Welche Aufgaben erfüllt das System, wer arbeitet wie damit?
- Marktprüfung: Gibt es eine Standardsoftware, die diese Aufgaben abdeckt? Wenn ja, begleiten wir den Umstieg dorthin.
- Prototyp: Andernfalls entsteht auf Grundlage der bestehenden Datenbankstruktur ein erster Entwurf der neuen Anwendung.
- Entwicklung: Die Anwendung wird schrittweise oder in einem Block umgesetzt.
- Testbetrieb: Die neue Anwendung arbeitet mit den Originaldaten. Die Anwender prüfen, ob sie ihren Anforderungen entspricht.
- Umstellung: Datenübernahme und Inbetriebnahme, danach eine Betreuungsphase.
Unsere Datenbank ist über Jahre gewachsen und kaum dokumentiert. Wie wird sie nachgebaut?
Mit Administratorzugriff lässt sich aus FileMaker Pro Advanced ein Datenbank-Designbericht exportieren. Er beschreibt Tabellen, Felder, Beziehungen, Skripte und Layouts vollständig – unabhängig davon, wie gut das System bisher dokumentiert ist. Fehlt dieser Zugriff, rekonstruieren wir Struktur und Logik aus Oberfläche, Daten und Arbeitsabläufen.
Das Ergebnis ist kein 1:1-Nachbau. Die Funktionen werden übernommen, umständliche Abläufe und Bedienwege werden dabei vereinfacht. Auch die Berechtigungen werden neu betrachtet: Ausgangspunkt ist das bestehende Rechtekonzept, das in FileMaker-Datenbanken häufig sehr grob ist. Gemeinsam legen wir fest, wer künftig was sehen und ändern darf.
Schrittweise Ablösung oder alles auf einmal?
Das hängt davon ab, wie intensiv das System genutzt wird. Wird es nur gelegentlich für einen festen Ablauf gebraucht, genügt meist eine kurze Testphase und dann die Umstellung in einem Schritt. Werden viele Bereiche täglich genutzt, ist es sinnvoller, Bereich für Bereich abzulösen. Dann beginnt man mit dem Teil, der im Alltag die meisten Probleme macht. Die Entscheidung fällt nach der Bestandsaufnahme.
Was passiert mit doppelten, unvollständigen oder widersprüchlichen Daten?
Daten können vor der Übernahme bereinigt oder zunächst unverändert übernommen und später im neuen System bereinigt werden. Stehen bei einem Kontakt drei Telefonnummern, können also auch im neuen System zunächst drei Nummern stehen.
Bei der Migration prüft das Migrationsprogramm die Daten anhand fester Regeln, etwa ob in Telefonnummern Buchstaben stehen. Auffällige oder widersprüchliche Datensätze werden markiert und mit den Zuständigen geklärt. Daten, die nicht mehr erforderlich sind, zum Beispiel alte Zahlungsdaten, können bei der Übernahme wegfallen. Das entspricht dem Grundsatz der Datenminimierung der DSGVO.
Wie werden personenbezogene Daten während der Migration geschützt?
Zugriff auf die Daten haben nur die Projektbeteiligten, im selben Umfang wie bei einer Wartung. Rechtlich regelt das, wie bei einer Wartung, ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
Wir setzen KI ein, um anhand der Datenbankstruktur – Tabellen, Felder, Feldtypen – das Migrationsprogramm samt Prüfregeln zu schreiben. Die Inhalte der Datenbank sieht die KI dabei nicht. Es werden stattdessen synthetische Beispieldaten verwendet. Wenn die Verwendung von realen Beispieldaten erforderlich ist, nutzen wir eine lokale KI für die Anonymisierung und Verfremdung der Daten, so dass Originaldaten nicht an Dritte weitergegeben werden müssen. Das Migrationsprogramm läuft lokal – auf unserem Migrationsrechner oder auf Wunsch direkt auf einem Rechner in Ihrem Haus. Während der Entwicklung wird mit Kopien des Datenbestands getestet. Erst im Testbetrieb arbeitet die neue Anwendung mit den Originaldaten.
Wo liegen unsere Daten nach der Umstellung?
In einer SQL-Datenbank auf einem Server – wie bisher bei FileMaker Server, nur mit anderer Technik. Der Server kann in Ihrem Haus stehen oder bei einem Rechenzentrum Ihrer Wahl. Auf dem Migrationsrechner liegen Daten nur für die Dauer der Migration.
Wie lange können wir nicht arbeiten?
Ein Stillstand ist nicht erforderlich. Während der Übergangszeit laufen beide Systeme parallel. FileMaker bleibt das führende System, die neue Anwendung greift auf dessen Datenbestand zu – lesend und bei Bedarf auch schreibend, mit kurzer Verzögerung. Umgestellt wird, wenn sich die neue Anwendung im Alltag bewährt hat. Der harte Switch zwischen Alt- und Neusystem findet außerhalb der Arbeitszeit statt und behindert den regulären Betrieb nicht.
Auf Ihrer Seite fallen vor allem zwei Aufgaben an: Rückfragen zum Datenbestand klären und die neue Anwendung vor der Umstellung testen.
Wie hoch ist der Schulungsaufwand?
Die neue Anwendung folgt den Bedienmustern gängiger Webanwendungen, etwa bei Navigation und Menüführung. Zur Einführung gibt es eine Schulung, die zeigt, was sich geändert hat und was gleich geblieben ist. Jede Seite der Anwendung hat eine eigene Hilfe, die die Elemente und Abläufe erklärt. Eine Eingewöhnung braucht es trotzdem, denn manche Abläufe und Bezeichnungen ändern sich.
Was passiert, wenn nach der Umstellung etwas fehlt oder nicht funktioniert?
Die FileMaker-Datei wird archiviert und lässt sich mit einer lauffähigen FileMaker-Installation weiterhin öffnen. Unabhängig davon gibt es einen vollständigen Export aller Altdaten in einem lesbaren Tabellenformat, der unabhängig von FileMaker nutzbar ist.
In der Zeit direkt nach der Inbetriebnahme betreuen wir das System eng und können kurzfristig eingreifen, falls Fehler auftreten.
Funktionieren unsere Schnittstellen zu anderen Systemen weiter?
Ja. Bestehende Anbindungen, etwa an die Buchhaltung, werden in der neuen Anwendung umgesetzt. Alle Funktionen der neuen Anwendung laufen intern über eine Programmierschnittstelle (API). Dadurch lassen sich auch weitere Systeme anbinden. Zum Vergleich: FileMaker bietet hierfür die Data API mit lizenzabhängigem Datenvolumen sowie ODBC.
Wird das neue System wieder zum Altsystem – und wie abhängig sind wir danach von Chabuduo?
Die neue Anwendung basiert auf etablierten Open-Source-Technologien, zum Beispiel der Programmiersprache Python und dem Framework Django. Diese werden von großen Entwicklergemeinschaften gepflegt und regelmäßig aktualisiert. Damit das System nicht wieder veraltet, sollte es laufend gewartet und aktualisiert werden. Dafür ist ein jährliches Wartungsbudget einzuplanen.
Sie erhalten den Quellcode in einem versionierten Git-Repository, eine Systemdokumentation und die Benutzerhilfe. Die Wartung kann jeder übernehmen, der sich mit diesen Standardtechnologien auskennt – Ihre eigene IT, ein anderer Dienstleister oder wir.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Schreiben Sie uns an info@chabuduo.de. Die Chabuduo GmbH in Berlin betreut FileMaker-Systeme weiter, dokumentiert sie per Reverse Engineering und löst sie bei Bedarf schrittweise durch Webanwendungen auf Basis von Python und Django ab.
Quellen
- Claris: Support-Richtlinie mit Support-Ende je Version
- Claris-Blog: Running an old FileMaker version? Here’s what’s at stake (2026)
- Claris Community: erste für Windows 11 getestete Version ist FileMaker Pro 19.4.1
- Claris: FileMaker Pro auf Macs mit Apple-Prozessor (Rosetta, Universal App ab 19.3)
- Apple Developer News: Upcoming changes to Rosetta support for Intel-based macOS apps (Warnung ab 26.4, macOS 27 letzte Version)
- heise: macOS-Warnungen vor nicht mehr unterstützten Apps verstehen (deutscher Wortlaut)
- Apple Developer: About the Rosetta translation environment (verfügbar bis macOS 27)
- endoflife.date: FileMaker-Versionen mit Release- und Support-Enddaten
Stand: 3. November 2026. Wir aktualisieren diese Seite, wenn Claris oder Apple neue Termine nennen.